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Lieferantenverzeichnis: Widerstandslöten

 

Lexikon: Widerstandslöten

Synonyme: Widerstandslöttechnik

Widerstandslöten, Widerstandslöttechnik

Quelle: technax industrie S.A.S.

Definition

Die Technik zum Widerstandslöten umfasst Maschinen, Lötgeräte und Komponenten zum Widerstandslöten von elektrisch leitfähigen Bauteilen. Beim Widerstandslöten werden die Fügeteile durch Zangen oder Schweißköpfe zusammengepresst und durch Aufgeben von Strom Lot an der Kontaktstelle zwischen den Bauteilen elektrisch aufgeschmolzen. Nach dem Aufheizen wird die Stromzufuhr unterbrochen und das Lot erstarrt, wobei es kleine Spalten und Unebenheiten auffüllt. Üblicherweise dient das Widerstandslöten zum Hartlöten im Temperaturbereich von 450-900 °C, auch das Hochtemperaturlöten über 900°C ist möglich. Prinzipiell entsprechen die Löteinheiten Widerstandsschweißgeräten, werden jedoch zum Löten mit Temperaturen unterhalb des Schmelzpunktes der Fügeteile betrieben.
Gegenüber dem Widerstandsschweißen ist das Widerstandslöten geringfügig langsamer, technisch aufwendiger und im Betrieb teurer, da Lot als Zusatzwerkstoff benötigt wird, ermöglicht jedoch das Fügen von unterschiedlichen Werkstoffen sowie hochfeste stoffschlüssige Fügeverbindungen ohne nennenswerte Gefügeumwandlung.
Notwendige Komponenten der Widerstandslöttechnik sind Zangen oder Löteinheiten, eine Lotzuführung, eine Stromquelle mit Transformator, die Steuerung und gegebenenfalls ein Prozessüberwachungssystem.

Funktionsprinzip

Das Lot wird als Lötband zwischen den Fügeteilen positioniert und von den Fügeteilen mit einer Zustellbewegung eingeklemmt oder als Lötpaste aufgetragen. Es können auch vorverzinnte Fügepartner benutzt werden. Anschließend werden die Fügeteile mit Elektroden kontaktiert und pneumatisch oder servoelektrisch gegeneinandergepresst. Nun wird für die Dauer der Lötzeit der Strom eingeschaltet. Da der elektrische Widerstand des Lots zwischen den beiden Teilen höher ist als der eigentliche elektrische Widerstand des Werkstoffs der Teile, schmilzt das Lot durch die thermoelektrische Erwärmung über den Kontaktwiderstand und benetzt die Werkstückoberfläche bzw. die vorhandenen Lotschichten verschmelzen. Überschüssiges Lot wird aus der Fügestelle herausgedrückt. Die Stromzufuhr wird unterbrochen und während der Nachhaltezeit die Elektrodenkraft aufrechterhalten, bis das Lot sicher erstarrt ist und die volle Festigkeit erlangt hat.

Einsatzbereich

Widerstandslöten eignet sich zur Herstellung hochfester stoffschlüssiger Verbindungen zwischen Teilen aus elektrisch leitfähigen Metallen ohne nennenswerte Gefügeumwandlungen. Einsatzbereich ist insbesondere das Hartlöten von Bauteilen mit einfachen Geometrien sowie von flächigen Verbindungen. Ebenso sind hochfeste Verbindungen von Teilen aus unterschiedlichen Werkstoffen möglich. Widerstandslöten eignet sich auch gut zum Fügen von unterschiedlich großen Bauteilen, die nicht geschweißt werden können.
Typische durch Widerstandshartlöten hergestellte Produkte sind elektrische Niederspannungs-Baugruppen und Bauelemente wie Kontaktbaugruppen und Kabelverbindungen, Rohr-Rohr-Verbindungen sowie Sägeblätter oder Schneidplatten. Anwender sind die Automobilzulieferindustrie, Hersteller von Elektro- und Haushaltsgeräten, Schneidwerkzeugen und andere Branchen.

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