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Lieferantenverzeichnis: Systemintegration für Mehrzweck-Bildverarbeitungssysteme

 

Lexikon: Systemintegration für Mehrzweck-Bildverarbeitungssysteme


Systemintegration für Mehrzweck-Bildverarbeitungsysteme

Quelle: OCTUM GmbH

Definition

Die Systemintegration von Mehrzweck-Bildverarbeitungssystemen wird als Dienstleistung zur Realisierung von Bildverarbeitungsanwendungen auf Basis von anwenderkonfigurierbaren Standard-Bildverarbeitungssystemen durchgeführt. Bei den eingesetzten Bildverarbeitungssystemen handelt es sich um Seriengeräte von Anbietern, die sich in der Regel auf die Entwicklung, Herstellung und den Komponentenvertrieb beschränken. Das notwendige Anwendungsengineering übernehmen Systemintegratoren als Vertriebspartner, wobei dies auch durch geschulte Anwender erfolgen kann.
Die Systeme basieren häufig auf Smart-Kameras mit integriertem Auswerteprozessor oder auch mit abgesetztem Kamerakopf und getrennter Auswerteeinheit. Zusätzlich können anwendungsspezifisch ausgewählte Objektive und Beleuchtungen eingesetzt werden.
In der Regel reicht die Leistung von anwenderkonfigurierbaren Standard-Bildverarbeitungssystemen nur für mittlere Anforderungen aus. Für hohe Anforderungen mit hoher Teilevarianz, hoher Geschwindigkeit, schwierigen Beleuchtungsverhältnissen, ungünstigen Umgebungsbedingungen und bei komplexen Prüfaufgaben werden dagegen schlüsselfertige, kundenspezifisch entwickelte Bildverarbeitungslösungen benötigt, die eine Hochsprachen-Programmierung der Software erfordern und umfangreichere Engineering-Leistungen umfassen können.

Funktionsprinzip

Die Systemintegratoren nutzen serienmäßige Bildverarbeitungssysteme, die anwendungspezifisch mit Kameras, Objektiven, Beleuchtungen, Kabeln und ggf. auch Interface-Karten ausgestattet werden. Die Komponentenauswahl übernimmt meistens der Systemintegrator. Der Programmablauf wird vom Systemintegrator mit Hilfe der mitgelieferten Einrichtungs-Oberfläche konfiguriert und parametriert. Meistens werden die Programmabläufe unter einer graphischen Oberfläche mit Funktionssymbolen per Drag-and-Drop zusammengestellt, ohne dass eine Hochsprachen-Programmierung erforderlich ist. Die Parametrierung der Sollwerte erfolgt anschließend entweder über das Teach-in von Referenzbildern oder über die direkte Eingabe der Sollwerte.
Dazu kann die Einrichtung der Kameras und Optiken, der Beleuchtungen und gegebenenfalls der Geschwindigkeit der Objekte gehören, um Bildaufnahmen in ausreichender und reproduzierbarer Qualität erzeugen zu können. Ebenso kann der Systemintegrator die komplette Konfigurierung und Einrichtung des Systems übernehmen oder den Anwender dabei unterstützen.

Einsatzbereich

Die Systemintegration für Mehrzweck-Bildverarbeitungssysteme wird bei Anwendungen mit mittleren Anforderungen benötigt, wenn einfache Bildverarbeitungssensoren nicht ausreichen und eine teure schlüsselfertige Bildverarbeitungslösung nicht erforderlich ist. Anwender greifen auf Systemintegratoren zurück, wenn sie selbst nicht über ausreichenden eigenes Know-how im Bereich der Bildverarbeitung verfügen oder z. B. zur Realisierung einer Anwendung keine freien Kapazitäten haben.
Aufgaben sind die automatisierte optische Prüfung, Messung und Positionsbestimmung sowie Identifikationsaufgaben zur Fertigung in überwachter und dokumentierter Qualität. Anwendungsbereiche finden sich im internen Betriebsmittelbau sowie beim Sondermaschinenbau für Montage- und Prüfanlagen. Bildverarbeitungssysteme sind in allen Industriebranchen verbreitet.

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