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Lieferantenverzeichnis: Mischköpfe

 

Lexikon: Mischköpfe

Synonyme: Mischsysteme

Mischköpfe, Mischsysteme

Quelle: DOPAG Dosiertechnik und Pneumatik AG

Definition

Mischköpfe sind Komponenten zum Mischen und Dosieren von niedrig- bis hochviskosen Mehrkomponenten-Materialien in einem Arbeitsgang. Im Gegensatz dazu dienen Dosierköpfe nur zum Auftragen, jedoch nicht zum Mischen von Komponenten. Jede einzelne Komponente wird von einer Bevorratung bereitgestellt, getrennt in den Dosierkopf gefördert und dort vermischt. Bei statischen Mischköpfen findet der Vermischungsprozess nur durch die Umströmung feststehender Packungen im Mischrohr statt, bei dynamischen Mischköpfen bewirkt ein sich drehenden Rotor die Vermischung. Statisch-dynamische Mischköpfe kombinieren beide Mischverfahren und bestehen aus einer statischen Mischkammer, von wo aus die Komponenten in ein Mischrohr mit einer sich drehenden Mischwendel geleitet werden.
Zum Medienauftrag wird zusätzlich eine Handhabung für den Mischkopf oder für das Werkstück benötigt.

Funktionsprinzip

Zur Materialversorgung werden Materialien mit niedriger Viskosität durch Pumpen gefördert, zur Förderung von höher- oder hochviskosen Materialien kommen Fasspumpen zum Einsatz. Die Förderung der einzelnen Komponenten in den Mischkopf übernimmt eine Materialflussdosierung, die den Materialfluss z. B. mit Durchflusssensoren misst und mittels Dosierpumpen oder Regulierventilen über die Steuerung regelt.
Statische Mischköpfe haben die einfachste Bauform, indem die Komponenten über Dosierventile im gewünschten Mischungsverhältnis in ein Mischrohr dosiert und von dort auf das Werkstück gefördert werden, wobei die Mischung durch die Umströmung feststehender Packungen entsteht. Dadurch eignen sich statische Mischer nicht für eine homogene Mischung von stark unterschiedlichen Komponentenanteilen.
Bei dynamischen Mischköpfen befindet sich in der Mischkammer ein Rotor, der von Pneumatik- oder Elektromotoren angetrieben wird und eine intensive Vermischung der Komponenten in allen Mischungsverhältnissen bewirkt.
In statisch-dynamischen Mischköpfen werden die Komponenten zunächst in einer statischen Mischkammer zusammengeführt und von dort in ein Mischrohr mit einer sich drehenden Mischwendel geleitet. Dadurch lassen sich auch schwer mischbare Medien mit unterschiedlichen Viskositäten und relativ langen Topfzeiten verarbeiten. Zusätzlich können statisch-dynamische Mischköpfe mit einer Mischwendelüberwachung ausgestattet werden.
Je nach Handhabung erfolgt der Materialauftrag punktförmig, flächig, als Sprühauftrag, Raupe oder Kringel.

Einsatzbereich

Mischköpfe sind Komponenten zum Auftrag niedrig- bis hochviskoser Zwei- und Mehrkomponenten-Materialien in Stationen und Anlagen zum Kleben, Dichten und Vergießen. Der Auftrag kann kontinuierlich oder schussweise erfolgen. Statische Mischköpfe kommen für zu mischende Materialien mit annähernd gleicher Viskosität und einer relativ langen Topfzeit zum Einsatz. Dynamische Mischköpfe eignen für schwer mischbare Medien mit unterschiedlichen Viskositäten und sehr kurzen Topfzeiten. Statisch-dynamische Mischköpfe werden verwendet, um schwer mischbare Medien mit unterschiedlichen Viskositäten und relativ langen Topfzeiten zu verarbeiten. Wichtige Anwenderbranchen sind der interne Betriebsmittelbau sowie der Sondermaschinen- und -anlagenbau für die Automobilzuliefer- und Automobilindustrie, Hersteller von Elektronik, Elektro- und Haushaltsgeräten, Medizintechnik, Pharmaindustrie und viele andere Branchen.