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Lieferantenverzeichnis: Anlagen zum Klebstoffauftrag

 

Lexikon: Anlagen zum Klebstoffauftrag

Synonyme: Dosieranlagen zum Kleberauftrag, Kleberaupenauftrag

Anlagen zum Klebstoffauftrag, Kleberauftrag

Quelle: SCA Schucker GmbH & Co.

Definition

Dosieranlagen zum Klebstoffauftrag sind Systeme zum Aufbereiten, Mischen, Dosieren, Extrudieren und Auftragen von Klebstoffen einschließlich der erforderlichen Handhabungstechnik. Nach DIN EN 923 ist Klebstoff als ein nichtmetallischer Werkstoff definiert, der Fügeteile durch Flächenhaftung (Adhäsion) und innere Festigkeit (Kohäsion) verbindet. Kleben ermöglicht eine wärmeeintragsarme Verbindung auch völlig unterschiedlicher Werkstoffe ohne Veränderungen der Materialeigenschaften, bietet jedoch geringere Festigkeiten als Schweiß- oder Lötverbindungen. Deswegen hängt die Festigkeit einer Klebung unter anderem von der Größe der Klebefläche ab. Als Klebstoffe kommen in der Regel chemisch härtende Ein- oder Mehrkomponenten-Klebstoffe oder auch physikalisch härtende Klebstoffe wie z. B. Schmelzkleber zum Einsatz.
Eine Anlage umfasst stets eine Materialversorgung, die Materialflussdosierung, den Dosier- und Mischkopf sowie die Steuerung. Bei automatischen Anlagen wird der Dosierkopf, der den Klebstoff appliziert, von einem Handhabungssystem verfahren oder die Werkstücke werden unter den Dosierkopf gefördert. Anschließend folgt das Pressen der Fügeteile, bis die Klebung ausgehärtet ist.

Funktionsprinzip

Vor dem Auftragen der Klebstoffe ist in der Regel eine Vorbehandlung der Dichtflächen erforderlich, um eine optimale Adhäsion durch chemische Bindungen oder physikalische Kräfte zu ermöglichen. Zunächst erfolgt eine Reinigung der Klebeflächen, anschließend kann ein Haftvermittler, auch als Primer bezeichnet, aufgetragen werden, der die Haftung des Dichtmittels auf der Dichtfläche unterstützt. Falls der Reinigungs- und Primerprozess schon länger vorher durchgeführt wurde, wird im Bedarfsfall die Funktionsfläche wieder aktiviert.
In der Fertigung werden überwiegend chemisch härtende Klebstoff eingesetzt. Dazu gehören anaerobe Klebstoffe, die unter Luftabschluss z. B. durch das Zusammenpressen an der Fügestelle aushärten sowie UV-Klebstoffe, die sich unter UV-Licht verfestigen. Die in wenigen Sekunden aushärtenden Cyanacrylatkleber reagieren mit der Oberflächenfeuchtigkeit. Epoxydharze ermöglichen ebenfalls hochfeste Verbindungen. Bei Methacrylatklebstoffen werden die Komponenten in der Regel getrennt aufgetragen und reagieren bei Kontakt der Fügeteile. Mit Siliconen lassen sich hochelastische, jedoch weniger feste Verbindungen herstellen, Polyurethane ermöglichen zähelastische Verbindungen.
Falls eine Aufbereitung erforderlich ist, werden die Komponenten zunächst aus dem Gebinde oder mit einer Fasspumpe einzeln in evakuierte Materialdruckbehälter gepumpt. Um eine homogene und blasenfreie Konsistenz zu erhalten, wird der Behälterinhalt permanent von einem Rührwerk umgerührt. Anschließend fördern geeignete Pumpen und Regelventile die Materialien zur Dosier- oder Mischeinheit, die den Klebstoff mit einer entsprechenden Handhabung auf das Werkstück appliziert. Anschließend folgt das Zusammenpressen der Fügeteile, bis die Fügeverbindung die gewünschte Festigkeit erreicht hat.

Einsatzbereich

Anlagen zum Klebstoffauftrag dienen zur halb- oder vollautomatischen Herstellung von Klebeverbindungen. Kleben ist ein sehr vielseitig einsetzbares Verfahren, das die Herstellung von leichten und wärmearmen Verbindungen ohne Gefügeveränderung ermöglicht und mit dem sich eine Vielzahl selbst unterschiedlicher Werkstoffe verbinden lässt. Klebungen können gleichzeitig eine Abdichtung ermöglichen. Nachteilig ist, dass Klebestellen prinzipiell einer Alterung unterliegen, begrenzt temperaturfest sind und nicht zerstörungsfrei geprüft werden können.
Klebstoffe finden sich in einem sehr breiten Anwendungsbereich zu Herstellung von unlösbaren Verbindungen, besonders auch im Leichtbau oder bei der Herstellung von Verbundmaterialien. Wichtige Anwenderbranchen sind die Automobilzuliefer- und Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrt und viele andere Branchen.

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