Wissen für Fabrikautomation

Lieferantenverzeichnis: Hochspannungs-Dichtheitsprüfung

 

Lexikon: Hochspannungs-Dichtheitsprüfung

Synonyme: Hochspannungs-Dichtheitsprüfsystem, Entladungsstrom-Dichtheitsprüfsystem

Hochspannungs-Dichtheitsprüfung

Quelle: ATEQ

Definition

Die Hochspannungs-Dichtheitsprüfung ist ein Verfahren zur Prüfung von isolierenden Kunststoff-Produkten. Durch Anlegen einer Hochspannung werden durchgängige Risse oder Löcher im Mikrometerbereich mit Hilfe der Änderungen in der Umgebungsluft-Ionisierung und dem damit verbundenen Entladungsstrom erkannt. Zur Prüfung wird der Strom zwischen einer Prüfspitze durch den Prüfling hindurch gegen eine Grundplatte gemessen. Wenn die Sollspannung über einen bestimmten Grenzwert abweicht, wird der Prüfling als Schlechtteil erkannt.

Funktionsprinzip

Der Prüfling aus isolierendem Material befindet sich zur Messung zwischen einer Prüfspitze und einer leitfähigen Grundplatte. Die Messung findet in einer elektrisch gegen die Umgebung isolierten Prüfumgebung statt. Das Aufgeben einer Hochspannung bewirkt an der Prüfspitze eine Ionisation, durch die bei einem fehlerfreien Prüfling, der als Isolator wirkt, nur ein sehr geringer Entladungsstrom zur Grundplatte fließt. Bei durchgängigen Rissen oder Löchern im Prüfling fließt dagegen ein höherer Entladungsstrom. Wenn ein erhöhter Entladungsstrom den vorgegeben Sollwert überschreitet, wird das Bauteil von der Auswertung als Schlechtteil erkannt. Das Verfahren ermöglicht nur einen Gut-Schlecht-Prüfentscheid ob Löcher und Risse vorhanden sind oder nicht, die Messung einer qualifizierten Leckrate oder eine Leckortung sind nicht möglich.

Einsatzbereich

Die Hochspannungs-Dichtheitsprüfung dient insbesondere zur schnellen Prüfung von isolierenden Kunststoff-Massenartikeln. Wichtigster Einsatzbereich ist die Prozesskontrolle sowie die Qualitätskontrolle in der Massenproduktion von Kunststoffprodukten. Typische Prüfaufgaben sind z. B. die Qualitätskontrolle von Kunststoffflaschenverschlüssen, die Wandstärkeprüfung auf Fehlstellen bei Kunststoffbatteriegehäusen, die Verschlusskappenprüfung von Einwegkunststoffspritzen sowie die Membranprüfung an Bauteilen aus Kunststoff und anderen isolierenden Materialien.