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Lieferantenverzeichnis: Elektrische Sicherheitsprüfgeräte

 

Lexikon: Elektrische Sicherheitsprüfgeräte

Synonyme: Hochspannungsprüfgeräte, Sicherheitsprüfgeräte

Elektrische Sicherheitsprüfgeräte, Hochspannungsprüfgeräte

Quelle: STAHL GmbH

Definition

Hochspannungsprüfgeräte sind Sicherheitsprüfgeräte zur Durchführung genormter Sicherheitsprüfungen für elektrische Betriebsmittel. Durch die einzelnen Prüfungen werden Gerätedefekte erkannt, die zu einem elektrischen Schlag führen können. Wichtige Prüfungen sind die Hochspannungsprüfung, Isolationswiderstands-, Schutzleiter- und Ableitstromprüfung nach verschiedenen Normen, die auch kombiniert durchgeführt werden können.
Zur Durchführung der Messungen verfügen die Geräte über regelbare Hochspannungs- und Prüfstromquellen sowie über eine programmierbare integrierte Prüfablaufsteuerung und Prüfplanverwaltung. Die Sicherheitsprüfungen werden durch die Beaufschlagung des Prüflings mit Hochspannung oder mit Prüfstrom durchgeführt. Am Ausgang werden die elektrischen Kenndaten Stromstärke sowie Spannung erfasst und mit den vorprogrammierten Sollwerten verglichen.

Funktionsprinzip

Die Sicherheitsprüfgeräte sind entweder speziell für einzelne Prüfaufgaben ausgelegt oder können auch universell für mehrere Prüfverfahren verwendbar sein. In der Regel sind die Prüfgeräte mit einer regelbaren Spannungsversorgung ausgestattet, mit denen die erforderliche Hochspannung oder Prüfspannung bereitgestellt wird. Hierfür wird die Netzspannung hochtransformiert und aufbereitet, zusätzlich können hierfür auch Sicherheitstrenntransformatoren zum Einsatz kommen.
Hochspannungsprüfungen können mit Wechsel- oder Gleichspannungen von mehreren 100 V oder auch mehreren Kilovolt durchgeführt werden und dienen zur Prüfung der Isolations- und Spannungsfestigkeit von Luft- und Kriechstrecken des Prüflings. Um eine Zerstörung des Prüflings durch den bei Isolationsfehlern auftretenden Spannungsdurchschlag zu verhindern, können die Prüfgeräte mit entsprechenden Entladungsstrom-Detektoren und einer Schnellabschaltung versehen sein, welche die Prüfspannung in wenigen Mikrosekunden rechtzeitig unterbricht.
Fallweise kann die Hochspannungsprüfung durch eine Isolationswiderstandsmessung ersetzt werden. Durch die Isolationswiderstandsprüfung wird sichergestellt, dass der ohmsche Widerstand zwischen stromführenden Leiter und metallischen Teilen ausreichend hoch ist, um unzulässig hohe Berührungsspannungen zu vermeiden. Hierfür werden die stromführenden Leiter mit einer Prüfspannung von üblicherweise 500 V beaufschlagt.
Die Schutzleiterprüfung ist nur für Geräte der Schutzklasse I erforderlich und dient zur Prüfung, ob der Widerstand des Schutzleiters unter dem normgerechten Grenzwert liegt, um sicherzustellen, dass eventuell auftretende Ableitströme keine unzulässigen Berührungsspannungen am Gerät verursachen. Hierfür wird der Schutzleiter mit einem erhöhten Nennstrom beaufschlagt und aus dem Spannungsabfall zwischen den Prüfpunkten des Gehäuses und dem Schutzleiterkontakt am Stecker der Schutzleiterwiderstand errechnet.
Die Ableitstromprüfung wird ebenfalls zur Vermeidung unzulässiger Berührungsspannungen durchgeführt. Hierzu wird der Prüfling mit leicht erhöhter Nennspannung beaufschlagt und entweder bei Schutzklasse I der Erdableitstrom am Schutzleiter oder bei Schutzklasse II der Gehäuseableitstrom gemessen.

Einsatzbereich

Sicherheitsprüfgeräte werden als Komponenten zum Aufbau von Hochspannungs- und Sicherheitsprüfanwendungen verwendet. Sie können als manuelles Labormessgerät, für teilautomatisierte Prüfplätze, als Stand-alone-System zur Steuerung von Prüfstationen sowie zur Integration in Prüfanlagen verwendet werden. Die Geräte können zusätzlich auch für elektrische Funktionsprüfungen ausgelegt sein.
Typische Kundenbranchen sind der interne Betriebsmittelbau sowie der Sondermaschinen- und Prüfanlagenbau. Betreiber sind Hersteller von netzbetriebenen elektrischen Haushaltgeräten, Elektrowerkzeugen und Leuchten sowie generell von netzbetriebenen elektrischen Betriebsmitteln der Schutzklassen I und II.

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