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Lieferantenverzeichnis: Vergießen, Dosieranlagen und Systeme zum

 

Lexikon: Vergießen, Dosieranlagen und Systeme zum

Synonyme: Vergussanlagen für Elektronikbaugruppen, Vergießanlagen

Dosieranlagen zum Vergießen, Vergießanlagen

Quelle: GIV-BSA Dosiertechnik mbH & Co KG

Definition

Vergussanlagen sind Dosieranlagen und Systeme zum Vergießen und dienen zur Isolation sowie zum Schutz von überwiegend elektronischen und elektrischen Baugruppen. Der Gießprozess findet bei Atmosphärendruck oder im Vakuum statt. Im Gegensatz dazu ist das Umspritzen von Bauteilen ein Verfahren, das auf einem Schmelzprozess und auf hohem Druck basiert. Der Verguss bildet einen unlösbaren Verbund mit dem Werkstück und dient zum Schutz vor mechanischen Belastungen wie Vibrationen oder mechanischen Beschädigungen, vor Umwelteinflüssen wie z. B. Feuchtigkeit sowie zur Isolation. Ein Vergusssystem umfasst stets eine Materialversorgung, eine Materialflussdosierung, Dosier- und Mischköpfe zum Auftrag von Mehrkomponentenmaterialien sowie Handhabungsvorrichtungen und eine Steuerung. Häufig finden die Materialaufbereitung und/oder der Gießprozess im Vakuum statt, um Lufteinschlüsse zu verhindern.

Funktionsprinzip

Das Vergießen erfolgt, indem ein Bauteil mit Gießharzen, Silikonen oder speziellen Vergussmassen ausgefüllt, umgossen oder getränkt wird. Durch das Vergießen entsteht ein unlösbarer Verbund mit dem Bauteil. Daher ist die Auswahl eines Vergussmaterials erforderlich, dessen Wärmeausdehnung möglichst genau dem Bauteil entsprechen muss, um Spannungen und Beschädigungen durch Erwärmung zu verhindern.
Der Gießprozess beginnt mit der Materialaufbereitung. Jede Komponente wird aus dem Gebinde oder von einer Fasspumpe in einen eigenen Materialdruckbehälter gepumpt. Der Behälter ist mit einem Rührwerk versehen und evakuiert, um eine gleichmäßige Verteilung der Füllstoffe zu erreichen und Luftblasen aus dem Material zu entfernen. Gegebenenfalls werden die Komponenten zur leichteren Förderung erwärmt und mit Hilfe von geeigneten Pumpen und Regelventilen zur Dosier- und Mischeinheit gefördert. Mehrkomponenten-Materialen werden häufig unter Vakuum im geforderten Verhältnis homogen gemischt und dosiert. Die Dosierung erfolgt wahlweise über das Abwiegen einer bestimmten Menge, das Messen eines bestimmten Volumens oder die Regulierung der Ausflusszeit. In der Regel wird das Werkstück unter dem Dosierkopf vorbeigefördert und in einer Vakuumkammer vergossen, um einen blasenfreien Verguss zu erreichen.

Einsatzbereich

Vergusssysteme und -anlagen dienen zum teilweisen oder vollständigen Vergießen von elektronischen und elektrischen Bauteilen oder Baugruppen, die vor mechanischen Belastungen und Umwelteinflüssen geschützt oder vollständig isoliert werden sollen. Typische Teile sind allgemein elektronische Baugruppen, bestückte Platinen, Steuerelektroniken, Anzeigefelder, Wickelgüter, Transponder, Sensoren, Relais, Magnetventile, Zündspulen, Mikroschalter oder Stecker. Wichtige Anwenderbranchen sind die Automobilzulieferindustrie sowie Hersteller von Elektronik und Elektrobauteilen.